Haft­pflicht­ver­si­che­rung ein­fach, kurz und bün­dig:

Was ist eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung?

Eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung ist eine Ver­si­che­rung, wel­che den Ver­si­che­rungs­neh­mer vor Ver­mö­gens­nach­tei­len durch gegen ihn gerich­te­te
Scha­dens­er­satz­an­sprü­che schützt, sofern die­se begrün­det und nicht durch vor­sätz­li­ches Han­deln ent­stan­den sind. Was sich hier so tro­cken liest ist eigent­lich ganz ein­fach. Wer einen Scha­den erlit­ten hat, hat Anspruch auf Scha­dens­er­satz. Die­sen muss ihm der Ver­ur­sa­cher des Scha­dens bezah­len. Hat der Ver­ur­sa­cher eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung abge­schlos­sen, zahlt nicht er den Scha­dens­er­satz, son­dern die Ver­si­che­rung. Scha­dens­an­sprü­che sind von den Kos­ten her nicht limi­tiert und kön­nen jeman­den schnell bis an sein Lebens­en­de finan­zi­ell rui­nie­ren. Eine klei­ne Unacht­sam­keit oder ein­fach nur Pech rei­chen teil­wei­se aus um Schä­den in Mil­lio­nen­hö­he zu ver­ur­sa­chen. Bei­spiels­wei­se kann man in sei­ner Miet­woh­nung ver­ges­sen den Herd abzu­schal­ten, was zu einem Brand füh­ren kann. Der ent­stan­de­ne Scha­den, im Zwei­fel der gesam­te Wert des Hau­ses, muss dem Haus­be­sit­zer anschlie­ßend ersetzt wer­den. Ist man nicht haft­pflicht­ver­si­chert, wird man wohl bis an sein Lebens­en­de für den Scha­den auf­kom­men müs­sen und lebt bis zum Tod am Exis­tenz­mi­ni­mum. In einem ande­ren Bei­spiel kann man das Pech haben, durch Unacht­sam­keit einen Rad­fah­rer zum Sturz zu brin­gen, wel­cher unglück­lich fällt und anschlie­ßend jah­re­lang immer wie­der ope­riert und auch sonst gesund­heit­lich unter­stützt wer­den muss. Die Kos­ten dafür über­nimmt die Kran­ken­kas­se des Rad­fah­rers nicht. Dafür wird man selbst zur Kas­se gebe­ten, es sei denn, man hat eben eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung.

Muss man zwin­gend eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung haben?

Die meis­ten Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen sind frei­wil­lig. Es gibt aber Berei­che, in denen sind sie gesetz­lich vor­ge­schrie­ben oder man wird ver­trag­lich zum Abschluss ver­pflich­tet.

Wann brau­che ich eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung?

Der bekann­tes­te Fall ist die Kfz-Haft­pflicht­ver­si­che­rung. Da das Füh­ren eines Kraft­fahr­zeugs immer ein Risi­ko dar­stellt und Unfäl­le in der Regel hohe Kos­ten nach sich zie­hen, ist eine der­ar­ti­ge Ver­si­che­rung Pflicht. Ohne Abschluss einer Kfz-Haft­pflicht wird in Deutsch­land und vie­len ande­ren Län­dern kein Kraft­fahr­zeug für den Stra­ßen­ver­kehr zuge­las­sen. Eben­so müs­sen Jäger wegen des hohen Risi­kos eine Jagd­haft­pflicht­ver­si­che­rung besit­zen. Auch ande­re Berufs­grup­pen sind zum Abschluss einer Haft­pflicht­ver­si­che­rung ver­pflich­tet.

Dazu zäh­len:

• Rechts­an­wäl­te

• Steu­er­be­ra­ter

• Wirt­schafts­prü­fer

• Nota­re

• Ärz­te

• Ver­si­che­rungs­ver­mitt­ler

• Schau­stel­ler

• Mak­ler

• Bewa­chungs­un­ter­neh­men

Neben den Pflicht­ver­si­che­run­gen kann der Abschluss einer Haft­pflicht­ver­si­che­rung wie erwähnt Bestand­teil eines Ver­tra­ges sein. In
jedem übli­chen Miet­ver­trag steht, dass man eine pri­va­te Haft­pflicht- und Haus­rat­ver­si­che­rung abschlie­ßen muss. Gesetz­lich lässt sich die­se
Klau­sel zwar nicht hal­ten, da Ver­si­che­rungs­an­ge­le­gen­hei­ten nicht Gegen­stand eines Miet­ver­tra­ges sind, jedoch ist es auf­grund der mög­li­chen Scha­dens­hö­he bei einem Unglück nur rat­sam, der­ar­ti­ge Ver­si­che­run­gen abzu­schlie­ßen.

Wel­che Arten von Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen gibt es?

Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen gibt es für eigent­lich alle Berei­che, in denen im Scha­dens­fall hohe Kos­ten, bzw. Scha­dens­er­satz­an­sprü­che ent­ste­hen kön­nen.

Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung

Die Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung schützt den Ver­si­cher­ten und sei­ne Fami­lie vor Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen durch Drit­te bis zur Höhe der
ver­ein­bar­ten Deckungs­sum­me

Wann haf­tet die Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung?

Grund­vor­aus­set­zung für die Haf­tung der Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung ist, dass der Scha­den durch gro­be Fahr­läs­sig­keit und im pri­va­ten Bereich ent­stan­den ist. Es sind auch nur Schä­den abge­deckt, die einer ande­ren Per­son ent­stan­den sind. Die Haf­tung ist nicht Orts- son­dern Tätig­keits­ge­bun­den. Pri­va­ter Bereich bedeu­tet in die­sem Sin­ne eigent­lich nur „Frei­zeit“. Jede Art der beruf­li­chen oder ver­eins­mä­ßi­gen Tätig­keit ist von der Haf­tung aus­ge­schlos­sen. Wer also, auch als Selbst­stän­di­ger, daheim arbei­tet, wäh­rend der Scha­den ent­steht, hat lei­der Pech gehabt. Glei­ches gilt für Tätig­kei­ten in Ver­ei­nen oder die Aus­übung eines Ehren­am­tes. Die­se Lebens­be­rei­che müs­sen sepa­rat ver­si­chert wer­den.

Die pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung haf­tet bei:

• Per­so­nen­schä­den und deren Fol­ge­kos­ten (Kran­ken­haus­kos­ten, Ver­dienst­aus­fall etc.)

• Sach­schä­den und deren Fol­ge­kos­ten (Wert­min­de­rung, Nut­zungs­aus­fall, Repa­ra­tur etc.)

• Schä­den an der Miet­woh­nung

• Schä­den durch Sport­aus­übung, abge­se­hen weni­ger Aus­nah­men

• Schä­den durch Tier­hal­tung, sofern kei­ne Tier­hal­ter­haft­pflicht­ver­si­che­rung vor­ge­schrie­ben ist

Wann haf­tet die Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung nicht?

Es gibt eini­ge Aus­nah­men, in denen ein Scha­den ent­ste­hen kann, der zwar
im pri­va­ten Bereich ver­ur­sacht wur­de, den eine
Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung im Nor­mal­fall nicht über­nimmt. Gene­rell
ist jede Haf­tung aus­ge­schlos­sen, die durch eine ande­re Art der
Haft­pflicht­ver­si­che­rung abge­deckt wer­den kann. Tei­le davon las­sen sich
jedoch je nach Ver­si­che­rungs­kon­zept und Ver­trags­an­ge­bot als Zusatz­op­ti­on
in den Ver­trag auf­neh­men.
Die pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung haf­tet nicht bei:

• durch Freund­schafts­diens­te oder Gefäl­lig­kei­ten ent­stan­de­nen Schä­den

• Schä­den, die durch ande­re Ver­si­che­run­gen abzu­de­cken sind

• Vor­sätz­li­cher Scha­dens­ver­ur­sa­chung

• Schä­den an gelie­he­nen Gegen­stän­den

• Glas­bruch (auch bei Miet­woh­nun­gen)

• Elek­tro­ein­bau­ten (auch bei Miet­woh­nun­gen)

Was kann ich zusätz­lich mit­ver­si­chern?

Eine Rei­he von Scha­dens­fäl­len sind in einer übli­chen pri­va­ten
Haft­pflicht­ver­si­che­rung nicht berück­sich­tigt. Beson­ders Schä­den durch
klei­ne Kin­der oder Freund­schafts­diens­te kön­nen nicht nur finan­zi­ell
ärger­lich sein, son­dern auch zwi­schen­mensch­li­che Dra­men aus­lö­sen.

Aus­fall­de­ckung

Die Aus­fall­de­ckung ver­si­chert Scha­dens­er­satz­for­de­run­gen, die man selbst
stellt, von der ande­ren Per­son aber nicht bezahlt wer­den kön­nen. Hat die
Per­son, die den Scha­den ver­ur­sacht hat kei­ne pri­va­te
Haft­pflicht­ver­si­che­rung und ist auch sonst mit­tel­los, gibt es kei­ne
Mög­lich­keit, den Scha­den ersetzt zu bekom­men, außer man hat die
Aus­fall­de­ckung in sei­nem eige­nen Ver­trag fest­ge­schrie­ben.
Um die Aus­fall­de­ckung in Anspruch neh­men zu kön­nen, muss aller­dings ein
rechts­kräf­ti­ger Titel zur For­de­rung durch ein Gericht vor­lie­gen. In der
Regel wird in dem Ver­trag ein Deckungs­be­reich fest­ge­hal­ten, der besagt,
wie hoch der Scha­dens­er­satz­an­spruch min­des­tens sein muss, damit die
Ver­si­che­rung dafür haf­tet und auch, bis zu wel­cher Sum­me maxi­mal
aus­ge­zahlt wird.

Schä­den durch delikt­un­fä­hi­ge Kin­der

Kin­der gel­ten bis zur Voll­endung des sieb­ten, bzw. im Stra­ßen­ver­kehr
meist des zehn­ten Lebens­jah­res als delikt­un­fä­hig und kön­nen des­halb
nicht haft­bar gemacht wer­den. Das führt dazu, dass ein Scha­den, der
durch ein delikt­un­fä­hi­ges Kind ver­ur­sacht wur­de, nicht ersetzt wird,
wenn kei­ne Ver­let­zung der elter­li­chen Auf­sichts­pflicht vor­lag. Wirft der
Spröss­ling zum Bei­spiel in einer has­ti­gen Akti­on den Flach­bild­fern­se­her
der Nach­barn um, obwohl er unter Auf­sicht steht, kön­nen die Nach­barn
kei­nen Anspruch auf Scha­den­er­satz gel­tend machen.
Ist die­se Scha­dens­art in der Ver­si­che­rungs­po­li­ce ent­hal­ten, prüft die
Ver­si­che­rung nur noch, ob der kon­kret ent­stan­de­ne Scha­den durch die
Poli­ce gene­rell abge­deckt ist und leis­tet ent­spre­chend den
Scha­den­er­satz.

Mietsach­schä­den

Bei einer Zusatz­ver­si­che­rung für Mietsach­schä­den wei­tet sich der
Ver­si­che­rungs­schutz auf ein­ma­li­ge Schä­den an der Miet­sa­che, wie der
Miet­woh­nung, aus. All­mäh­lich ent­stan­de­ne Schä­den, wie Schim­mel­be­fall
durch fal­sches Lüf­ten dage­gen sind in der Regel aus­ge­schlos­sen.
Glas­schä­den und Schä­den an zur Miet­sa­che gehö­ren­den Elek­tro­ge­rä­ten sind
meist auch nicht ent­hal­ten.
Aller­dings gilt das nur für die eige­ne Miet­sa­che. Beschä­digt man
ander­orts eine Glas­schei­be, bei Bekann­ten oder in einem Hotel, dann
über­nimmt die pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung die Kos­ten im ver­ein­bar­ten
Deckungs­rah­men.

Gefäl­lig­keits­schä­den

Gefäl­lig­keits­schä­den sind Schä­den, die durch eine ande­re Per­son bei
einer unent­gelt­li­chen Hilfs­leis­tung, oder auch Freund­schafts­dienst
ent­ste­hen, bei­spiels­wei­se beim Umzug. Fällt einem Freund zum Bei­spiel im
Trep­pen­haus der teu­re Flach­bild­fern­se­her run­ter und wird zer­stört, kann
man kei­nen Scha­den­er­satz dem Freund gegen­über gel­tend machen. Bei einer
Zusatz­ver­si­che­rung kann man der­ar­ti­ge Schä­den eben­falls von der
Haft­pflicht­ver­si­che­rung erset­zen las­sen.

Schlüs­sel­schä­den

Gemeint ist hier finan­zi­el­ler Scha­den durch Schlüs­sel­ver­lust. In den
meis­ten Fir­men und auch Miet­häu­sern ist es so, dass der Ver­lust eines
Schlüs­sels einen Aus­tausch der gesam­ten Schließ­an­la­ge mit sich bringt,
den der­je­ni­ge, der den Schlüs­sel ver­lo­ren hat, kom­plett selbst bezah­len
muss. Der­ar­ti­ge Fäl­le kann man mit einer sol­chen Zusatz­ver­si­che­rung
abde­cken.

Ehren­amt

Schä­den, die wäh­rend der Aus­übung eines Ehren­am­tes ent­ste­hen, wer­den
gene­rell nicht von der pri­va­ten Haft­pflicht­ver­si­che­rung über­nom­men, da
es sich nicht um eine pri­va­te Tätig­keit han­delt. Als Opti­on kann der
Ver­si­che­rungs­schutz aber auf die­se Berei­che aus­ge­dehnt wer­den.

Wor­auf ist bei Abschluss einer pri­va­ten Haft­pflicht­ver­si­che­rung zu ach­ten?

Es gibt vie­le Fak­to­ren, die man bei Abschluss einer
Haft­pflicht­ver­si­che­rung beden­ken soll­te. Es geht nicht nur dar­um, eine
mög­lichst hohe Ver­si­che­rungs­sum­me zu haben, son­dern auch dar­um, dass die
rich­ti­gen Punk­te mit­ver­si­chert sind, da man ansons­ten ent­we­der für
Leis­tun­gen bezahlt, die man sowie­so nie in Anspruch neh­men wird oder
aber im Scha­dens­fall doch auf sich allein gestellt ist. Die
Haft­pflicht­ver­si­che­rung soll­te daher an die Lebens­si­tua­ti­on des
Ver­si­che­rungs­neh­mers ange­passt sein.

Wel­che Ver­si­che­rungs­sum­me ist zu emp­feh­len?

Grund­sätz­lich soll­te die Sum­me so hoch wie mög­lich sein. Brennt ein
Miet­haus im Wert von drei Mil­lio­nen Euro ab, bringt einem eine
Ver­si­che­rungs­sum­me von zwei Mil­lio­nen Euro auch nichts, da man die
rest­li­che Mil­li­on trotz­dem selbst bezah­len müss­te.
All­ge­mein emp­foh­len wird eine Ver­si­che­rungs­sum­me von min­des­tens drei
Mil­lio­nen Euro, wenn mög­lich lie­ber fünf Mil­lio­nen. Zudem ist auf die
Zah­lungs­mo­da­li­tä­ten zu ach­ten, denn es kann durch­aus Sinn machen, wenn
nicht nur Ein­mal­zah­lun­gen im Fal­le eines Unfalls geleis­tet wer­den,
son­dern auch fort­lau­fen­de Zah­lun­gen vor­ge­se­hen sind. Dies ist prak­tisch,
wenn der Scha­den­er­satz über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg geleis­tet
wer­den muss, bei­spiels­wei­se bei einem län­ge­ren Kran­ken­haus­auf­ent­halt
oder regel­mä­ßi­gen Fol­ge­ope­ra­tio­nen als Unfall­fol­ge.

Wel­che Leis­tun­gen sol­len ent­hal­ten sein?

Die Fra­ge nach den sinn­vol­ler­wei­se ent­hal­te­nen Leis­tun­gen muss jeder für
sich selbst, am bes­ten natür­lich mit einem Ver­si­che­rungs­be­ra­ter
fest­le­gen. Das Basis­an­ge­bot soll­te bei allen Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen
gleich sein. Der Teu­fel steckt also im Detail.
Zuerst soll­te geprüft wer­den, ob auch wirk­lich alle Per­so­nen, die den
Ver­si­che­rungs­schutz genie­ßen möch­ten, in der Poli­ce mit ein­ge­schlos­sen
sind. Sonst kann es pas­sie­ren, dass das min­der­jäh­ri­ge Kind oder der
Lebens­part­ner sich in Sicher­heit wähnt und im Scha­dens­fall das böse
Erwa­chen droht.
Aus­fall­de­ckung ist sicher­lich einer der wich­tigs­ten Punk­te, die man sich
als Zusatz­de­ckung sichern soll­te. Bei der hohen Zahl der
Nicht­ver­si­cher­ten ist es lei­der wahr­schein­lich, dass man selbst in einen
Unfall ver­wi­ckelt oder sonst wie geschä­digt wird und am Ende nicht nur
mit den Fol­gen, son­dern auch mit den Fol­ge­kos­ten leben muss.
Die meis­ten ande­ren Zusatz­de­ckun­gen las­sen dage­gen mehr Spiel­raum für
Über­le­gun­gen. Wer einen gro­ßen Freun­des­kreis hat und oft bei Umzü­gen
oder ähn­li­chem hilft, macht mit einer Ver­si­che­rung von
Gefäl­lig­keits­schä­den sicher nichts falsch. Schlüs­sel­schä­den soll­ten sich
nach den Regeln der zu schlie­ßen­den Gebäu­de rich­ten. Ist ver­trag­lich
fest­ge­legt, dass der Ver­lust eines Haus­tür­schlüs­sels eines gro­ßen
Miet­hau­ses oder eines Büro­ge­bäu­des zwangs­wei­se zum Aus­tausch der
gesam­ten Schließ­an­la­ge auf Kos­ten der Per­son, die den Schlüs­sel ver­lo­ren
hat führt, soll­te man die Zusatz­op­ti­on in die Poli­ce mit auf­neh­men. Ein
der­ar­ti­ger Aus­tausch kann meh­re­re tau­send Euro kos­ten.

Wo kann ich mich über pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen infor­mie­ren?

Infor­ma­ti­ons­quel­len gibt es im Inter­net auf Ver­gleichs­por­ta­len und den
Online­auf­trit­ten der ver­schie­de­nen Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men. Dort gibt
es in der Regel auch immer Ver­gleichs­rech­ner, mit denen man, anhand
eini­ger Stan­dard­fra­gen und –anga­ben auch direkt online eine Ver­si­che­rung
abschlie­ßen kann.
Die­se Ver­gleichs­rech­ner soll­ten jedoch eher als Ori­en­tie­rungs­hil­fe
die­nen. Den tat­säch­li­chen Bedarf soll­te man mit einem
Ver­si­che­rungs­be­ra­ter bespre­chen. Am bes­ten holt man sich Rat bei einem
Exper­ten, der die Ver­trä­ge ver­schie­de­ner Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten
kennt, denn dann kann er den für einen selbst per­sön­lich güns­tigs­ten
Ver­trag bei dem rich­ti­gen Anbie­ter aus­wäh­len.
Vie­le Infor­ma­tio­nen und Hil­fe fin­det man auch beim Bund der
Ver­si­cher­ten. Die­ser ist auch tele­fo­nisch zu errei­chen und kann einem
loka­le Bera­tungs­an­ge­bo­te emp­feh­len. Auch die Ver­brau­cher­zen­tra­len bie­ten
für gewöhn­lich Ver­si­che­rungs­be­ra­tung durch Exper­ten an. Die Bera­tung
durch die Ver­brau­cher­zen­tra­len kos­tet nicht viel und erfolgt unab­hän­gig,
da die Mit­ar­bei­ter nur bera­ten, nicht ver­kau­fen.
Bes­ten­falls nutzt man meh­re­re Ange­bo­te, bei­spiels­wei­se das Ange­bot der
Ver­brau­cher­zen­tra­le um eine neu­tra­le Ein­schät­zung des opti­ma­len
Ver­si­che­rungs­be­darfs zu erlan­gen und anschlie­ßend die eines
Ver­si­che­rungs­mak­lers oder –ver­mitt­lers, um das finan­zi­ell opti­mals­te
kon­kre­te Ange­bot zu fin­den. Nicht sel­ten gibt es näm­lich sehr gute
Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die für weni­ger Geld mehr leis­ten als die
gro­ßen Ver­si­che­run­gen, die man aus der Fern­seh­wer­bung kennt.

Links zu Hilfs­an­ge­bo­ten

BVBB Bun­des­ver­band der Ver­si­che­rungs­be­ra­ter e.V.

BdV Bund der Ver­si­cher­ten

Vzbv Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band e.V.

Was ist von Test­be­rich­ten von pri­va­ten Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen zu hal­ten?

Test­be­rich­te soll­ten grund­le­gend immer hin­ter­fragt wer­den. Ähn­lich wie
bei den meis­ten Stu­di­en zu bestimm­ten The­men, soll­te man dar­auf ach­ten,
wer hin­ter dem Test steht. Beson­ders Tex­te auf wer­be­fi­nan­zier­ten
Web­sites soll­ten mit einer gewis­sen Skep­sis ver­folgt wer­den, da die
Mög­lich­keit besteht, dass eine bestimm­te Ver­si­che­rung als Wer­be­kun­de
bes­ser dar­ge­stellt wird als die Kon­kur­renz.
Test­be­rich­te bezüg­lich pri­va­ter Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen soll­ten daher
mög­lichst von unab­hän­gi­gen Insti­tu­tio­nen stam­men. Bei­spiels­wei­se der
Ver­brau­cher­zen­tra­le, dem Bund der Ver­si­cher­ten oder auch der Stif­tung
Waren­test. Hier kann man sich ziem­lich sicher sein, dass die Ergeb­nis­se
mög­lichst neu­tral und unge­schönt sind. Ein Ver­gleich meh­re­rer
Test­be­rich­te aus unter­schied­li­chen Quel­len ist auch immer hilf­reich,
wobei man unbe­dingt dar­auf ach­ten muss, dass die Tests mög­lichst aktu­ell
sind, da sich die Tari­fe häu­fi­ger ändern. Ein Ver­gleich von
Test­be­rich­ten mit Tari­fen aus 2013 und 2001 macht daher logi­scher­wei­se
kei­nen Sinn.

Wie wer­den pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen getes­tet?

Bei einem Ver­si­che­rungs­test ist es natür­lich nicht mög­lich, einen Test
im Sin­ne eines Pro­dukt­tests durch­zu­füh­ren. Spe­zi­ell bei der pri­va­ten
Haft­pflicht­ver­si­che­rung, bei der es auf Fahr­läs­sig­keit als
Scha­dens­ur­sa­che ankommt. Daher funk­tio­nie­ren Ver­si­che­rungs­tests nur
ver­glei­chend anhand der Ver­trags­merk­ma­le. So sind Ver­si­che­rungs­ta­ri­fe
mit mehr kos­ten­frei­en Zusatz­leis­tun­gen bei glei­cher Deckungs­sum­me und
glei­chen Kos­ten bes­ser als wel­che, die die­se nicht beinhal­ten.
Das heißt aber nicht, dass man auto­ma­tisch einen Ver­trag mit dem
Test­sie­ger abschlie­ßen soll­te. Die ver­schie­de­nen Leis­tun­gen vari­ie­ren
schließ­lich und mög­li­cher­wei­se hat der Test­sie­ger genau die Punk­te in
sei­nem Tarif berück­sich­tigt, auf die es einem aber vor­wie­gend ankommt.

Wel­che Tests von pri­va­ten Haft­pflicht­ver­si­che­rung sind ver­trau­ens­wür­dig?

Ver­trau­ens­wür­di­ge Tests fin­det man bei unab­hän­gi­gen Insti­tu­tio­nen wie
der Stif­tung Waren­test oder den Ver­brau­cher­zen­tra­len. Tests von Ban­ken
oder Finanz­dienst­leis­tern sind mit Vor­sicht zu genie­ßen, da durch die
für den Lai­en oft undurch­sich­ti­gen Ver­net­zun­gen von Ban­ken,
Ver­si­che­run­gen und Finanz­dienst­leis­tern sel­ten eine Neu­tra­li­tät garan­tiert
wer­den kann.

Auch soll­te ein ver­trau­ens­wür­di­ger Test nach­voll­zieh­bar sein. Dazu
gehört, dass man über die Test­grund­la­ge infor­miert wird, die Kri­te­ri­en,
war­um eine Ver­si­che­rung bes­ser bewer­tet wur­de als eine ande­re, also
nach­voll­zie­hen kann. Eben­falls wich­tig ist, dass nicht nur die Kri­te­ri­en
genannt wer­den, son­dern auch die Gewich­tung für das abschlie­ßen­de
Urteil. Nur so kann man für sich her­aus­fin­den, wo in dem Feld der
Teil­neh­mer die für einen selbst per­sön­lich attrak­tivs­te Ver­si­che­rung
ver­steckt ist, denn immer­hin könn­te das, was für einen am Wich­tigs­ten
ist, von den Tes­tern als unwich­tig betrach­tet wor­den sein.